Pfälzer Jakobspilgerweg Nordroute

Der nördliche Teil des Pfälzer Jakobsweg, der die Pfalz von Osten nach Südwesten durchquert, führt von dem bedeutenden Marienwallfahrtsort Speyer ca. 148 km bis zum Kloster Hornbach.

Den Blick immer auf die Haardter Bergkette gerichtet, finden die Pilger auf der Nordroute ihren Pfad durch Gemüsefelder, auf denen unter anderem Spargel angebaut wird, durch das Pfälzer Rebenmeer der Deutschen Weinstrasse bis in den Pfälzerwald, wo sich dem Wanderer verträumte Flußauen und stille Waldtäler bieten. Historische Zeitzeugen wie Burgen, Ruinen, Kirchen und Schlösser aber auch Naturdenkmäler wie die Mamutbäume bei Landstuhl, erzählen die ereignisreiche Geschichte der Region.

Der Streckenverlauf:

Dom Speyer – Neustadt/Wstr. – Lambrecht – Elmstein – Johanniskreuz – Gelterswoog – Landstuhl – Bruchmühlbach – Vogelbach – Lambsborn – Bechhofen – Homburg (Fasanerie) – Kirrberg – Zweibrücken – Althornbach – Kloster Hornbach

Schwierigkeit
mittel
Strecke
147,6 km
Dauer
40:42 h
Aufstieg
3361 m
Abstieg
3214 m
Start
Dom zu Speyer
Ziel
Kloster Hornbach

Wegverlauf


Wegbeschreibung


Etappe 1: Speyer – Neustadt   (ca. 28 km)

Den Dom zu Speyer im Rücken führt uns die erste Etappe auf der Nordroute des Pfälzer Jakobswegs Richtung Westen nach Neustadt an der Weinstraße. Die Etappe ist identisch mit dem Radweg R58. Vom Domplatz folgen wir der Maximilianstraße Richtung Gedächtniskirche (bei der Gedächtniskirche trennt sich die Süd- und Nordroute) und weiter aus der Stadt hinaus nach Dudenhofen. Am nördlichen Ortsrand von Dudenhofen der Straße Richtung Schifferstadt folgend, biegen wir nach etwa 500 Metern links in einen Waldweg, der uns durch den Auwald führt. Vorbei an Wiesen geht es immer entlang des Speyerbachs. Wir passieren zunächst Haßloch und Lachen-Speyerdorf, einen Ortsteil unseres Zieles, Neustadt an der Weinstraße, das wir nach etwa 28 km erreichen.

Etappe 2: Neustadt – Elmstein (ca. 24 km)

Die zweite Etappe führt uns von Neustadt über das Herz-Jesu-Kloster und das Naturfreundehaus Heidenbrunnertal nach Lambrecht, einst Zentrum der pfälzischen Tuchmacherei. Von dort aus folgen wir dem Speyerbach durch das Elmsteiner Tal. Unser ständiger Begleiter, ist die Trasse des Kuckucksbähnel, eine historische Dampfeisenbahn, die in den Sommermonaten von Neustadt über Lambrecht nach Elmstein fährt. Von Lambrecht aus geht es weiter nach Iptesthal und Erfenstein, vorbei an den Ruinen Erfenstein und Spangenberg, stets dem Lauf des Speyerbachs folgend nach Breitenstein, wo wir die gleichnamige Ruine passieren. Weiter geht es ca. 5 km durch den Wald bis wir den Ort Appenthal erreichen. Am Ortsende folgen wir erneut den Schienen des Kuckucksbähnel, passieren den Sportplatz und gelangen schließlich zu unserem Ziel, Elmstein.

Etappe 3: Elmstein – Naturfreundehaus Finsterbrunnertal (ca. 24 km)

Von Elmstein folgen wir ein letztes Mal dem Speyerbach Richtung Mückenwiese und weiter bis Speyerbrunn. Hier trennen sich nun unsere Wege. Der Speyerbach fließt Richtung Süden, der Jakobspilgerweg führt weiter westwärts entlang der L 499. Ein steiler Anstieg führt uns vorbei an Schwarzbach nach Johanniskreuz, mit 473 m über NN der höchste Punkt des Pfälzer Jakobswegs. Johanniskreuz ist ein historischer Verkehrsknotenpunkt. Hier – im Herzen des Pfälzerwaldes – trafen sich viele Hauptverkehrswege. Alle mit einem Kreuz markierten Wanderwege des Pfälzerwald Vereins treffen hier zusammen. Weiter geht es nun ca. 6,5 km Richtung Trippstadt. Wir durchqueren den Weiler Oberhammer bei Trippstadt und folgen von nun an der Moosalbe durch die Karlstalschlucht. Vorbei an der Klug’schen Mühle wandern wir immer in Begleitung der Moosalbe weitere 4,5 km zum Naturfreundehaus Finsterbrunnertal, dem Ziel dieser Etappe.

Etappe 4: Finsterbrunnertal – Fritz-Claus-Hütte   (ca. 30 km)  

Die vierte Etappe startet beim Naturfreundehaus Finsterbrunnertal. Von dort aus wandern wir entlang der Moosalbe weiter westlich, bis wir an eine Bahnlinie gelangen. Dieser folgen wir nun in nördlicher Richtung. Nach ca. 4 km erreichen wir die Freizeitanlage am Gelterswoog mit Bade-, Spiel- und Einkehrmöglichkeiten. Wir unterqueren die Bahnlinie, biegen links ab zur Fußgängerampel am Parkplatz. Dort die viel befahrene Bundesstraße über queren, dann immer entlang des Gelterswoog und wandern dann ca. 5,5 km durch den Wald, bis wir das Forsthaus Steigerhof erreichen. (Am Gelterswoog trifft auch die südliche Klosterroute von Worms auf die Nordroute). Von hier aus geht es vorbei an Bann und Kindsbach, bis wir schließlich die Burg Nanstein und Landstuhl erreichen. Wir durchqueren die Stadt zunächst in Richtung Bahnhof, biegen jedoch kurz zuvor links ab Richtung Bildschacherhof. Von hier aus geht es weiter zum Naturdenkmal Mammutbäume, wo es sieben exotische Giganten zu bestaunen gibt, die im Jahre 1861 gepflanzt wurden. Nun führt uns unser Weg noch weitere 5,5 km durch den Wald bis wir das Ziel dieser Etappe, die Fritz-Claus-Hütte bei Bruchmühlbach-Miesau erreichen.

Etappe 5: Fritz-Claus-Hütte – Homburg-Kirrberg (17 km bzw. 21 km)

Von der Fritz-Claus-Hütte vorbei an Bruchmühlbach-Miesau folgen wir einer Treppe, die uns in Richtung Naturdenkmal Elendsklamm führt. Die 3 km lange Schlucht stellt eine ganz besondere landschaftliche Attraktion dar. Sprudelnde Wasserfälle, bizarre Verwitterungsformen in Quarzsandsteinen und stufenförmige Kaskaden sind eindrucksvolle Zeugen der Kraft fließenden Wassers. Oberhalb der Tausendmühle wird eine Straße überquert und erreichen Bruchmühlbach. Unser Weg führt uns nun ein Stück durch Bruchmühlbach-Miesau zur Simultankirche im Ortsteil Vogelbach. In Vogelbach verlassen wir das Landstuhler Bruch und gehen steil aufwärts nach Lambsborn. Von dort aus wandern wir ca. 5 km vorbei an Bechhofen zur Gustav-Köhler-Hütte. Das Ziel dieser Etappe heißt Homburg (liegt aber etwas abseits des Pilgerweges), doch bevor wir die Universitätsstadt im Saarland erreichen, passieren wir noch die Ruine des Schloss Karlsberg mit Orangerie, neben dem Naturdenkmal Elendsklamm ein weiterer Höhepunkt dieser Etappe.

 Etappe 6: Homburg – Kloster Hornbach (ca. 23 km)

Unsere letzte Etappe auf der Nordroute des Pfälzer Jakobswegs führt uns zum Kloster Hornbach, das im Jahre 735 durch den heiligen Pirminius gegründet wurde. Doch bevor wir unser Pilgerziel nach fünf erfolgreich absolvierten Etappen erreichen, müssen wir noch runde 23 km bewältigen. Wir wandern vorbei an Homburg Richtung Ruine Merburg nach Kirrberg und von hier aus immer weiter Richtung Süden unserem Ziel entgegen. (In Kirrberg trennen sich die Wege – Richtung Saarbrücken). Zuerst passieren wir jedoch noch die Rosenstadt Zweibrücken. Wir durchqueren den Ortsteil Niederauerbach, vorbei an den Ausgrabungen einer salischen Burganlage und eines Schlosses bis zur Fasanerie. Wir überqueren die Autobahn Richtung Rimschweiler, bei Rimschbach wandern wir unter ihr hindurch und überqueren dann die B 424. Wir folgen dem Hornbach, vorbei an Althornbach bis zum Buchholzbergerhof, wo wir die B 424 erneut überqueren. Nur noch wenige Kilometer trennen uns jetzt von unserem Ziel, dem Städtchen Hornbach und dem gleichnamigen Kloster.

Blick auf Elmstein (Tobias Kauf)
Dom Speyer Ostansicht (Tobias Kauf)
Pilgerstatue am Dom Speyer (Hoffmann)
Orangerie Homburg (Tobias Kauf)
Appenthaler Turm (Pia Neumann)
Kapelle Speyerbrunn (Pia Neumann)
Muschelstein am Appenthaler Turm (Pia Neumann)
Herz Maria (Pia Neumann)
Logo und Markierungszeichen, silberne Muschel auf blauem Grund (Tobias Kauf)

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