Zollstock

Früher führte am Wegepunkt "Am Zollstock" eine Handelsstraße zwischen dem Hohenberg und dem Förlenberg vorbei. Der Name rührt von einer dortigen Zollstation um 1786. Hier trafen die Herrschaftsbereiche der Kurpfalz (Birkweiler), des Bistums Speyer (Ranschbach) und des Herzogtums Zweibrücken zusammen. Mit Auflösung der Herrschaftsgebiete wurde auch die Zollstation 1789 nach der Französischen Revolution aufgelöst. Ein Gedenkstein von 1986 zeugt heute noch von der Zollstation.

Auch heute noch gibt es am Wegepunkt "Am Zollstock" Besonderheiten: Hier an diesem Platz, an dem sich auch die Wanderwege Pälzer Keschdeweg und Keschde-Erlebnisweg kreuzen, laden Hängematten und die Schutzhütte Woodstop zu einer Verschnaufpause ein - alles gefertigt aus heimischem Kastanienholz!

Seit 1986 erinnert ein sog. Ritterstein, aufgestellt auf Initiative des Försters Christoph Staufer, daran, dass sich an dieser Stelle bis zur Französischen Revolution ein Zollstation befand, also eine Straßenstation, an der Zoll erhoben wurde. Zollstock bezeichnet im eigentlichen Sinne die Schranke, welche die Straße sperrte.

Mit der Stadtrechtserhebung im Jahre 1219 erhielt die nunmehr freie Reichsstadt Annweiler die Zollfreiheit im gesamten Reich, d.h. Annweiler konnte Zoll auf eingeführte Waren erheben, musste aber für ausgeführte Waren im gesamten Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation keinen Zoll zahlen. Der Zoll wurde in der Regel an den Überlandstraßen erhoben, sobald sie in das Hoheitsgebiet eintraten. Dies war in unserem Falle der Stadtbezirk Annweilers. Die Zollfreiheit blieb auch bestehen, als Annweiler 1330 kurpfälzisch und 1410 pfalz-zweibrückisch wurde, wenngleich die Einnahmen aus dem Zoll dann dem Landesherren und nicht mehr den Stadtbürgern zustanden. Bis 1795/96, als das linksrheinische Gebiet französisch wurde und die alten Landesgrenzen fielen, bestand die  Zollstation. Denn hier trafen drei Herrschaftsgebiete aufeinander: Pfalz-Zweibrücken, zu dem Annweiler und Leinsweiler gehörten, das Hochstift Speyer mit Ranschbach und Kurpfalz, der Birkweiler untertan war. Als die Pfalz dann 1816 bayerisch wurden, hatten die alten Zollgrenzen ausgedient. Nur noch der Name Zollstock in der Senke zwischen Hohenberg und Förlenberg erinnerte an dieses Relikt aus der „Feudalzeit“. Der im Dezember 1986 aufgestellte Stein sorgt dafür, dass die vormalige Funktion der ehemaligen Landesgrenze nicht vollkommen in Vergessenheit gerät.
Quelle: Archivar a.D. Rolf Übel