Fensterfelsen

Felsformation zwischen den Ruinen Anebos und Scharfenberg (Münz). Zu erwandern über den Annweilerer Burgenweg oder den Buntsandsteinpfad
 

Der „Fensterfelsen“ südlich der Anebos gehört zu den kleinen Befestigungen zwischen Trifels und Scharfenberg, die den Höhenzug mit der „Burgendreifaltigkeit“ zusätzlichen Schutz geben sollten. Als Burgen kann man sie nicht bezeichnen, aber als kleine befestigte Punkte zwischen den großen Burgen Trifels, Anebos und Scharfenberg allemal.
Von ihnen hat sich wenig erhalten. Der Fensterfelsen hat seinen Namen von seinem hochgelegenen Eingang, der eine Felswand durchbricht und wie ein Fenster aussieht. Man konnte diesen Eingang nur über eine Treppe oder einen hölzernen Anbau erreichen, von denen sich aber keine Spuren erhalten haben. Durch das Tor erreicht man, so man des Kletterns kundig ist, eine ausgehauene Treppe, die zuerst nach Norden führt, also in Richtung Trifels, und dann eine Kehre nach Süden macht. Möglicherweise was der sehr schmale Aufgang durch einen Holzsteg verbreitert. Ob ein hölzerner Anbau den Treppenaufgang abschloss, lässt sich am Fels nicht mehr festmachen. Oben auf dem Felsplateau standen Gebäude aus Fachwerk, deren Verankerungsspuren im Fels heute noch zu sehen sind. Steinbauten sind keine nachgewiesen.
Auf dem benachbarten Bindersbacher Turm finden sich auch Pfostenlöcher. Wahrscheinlich waren beide Anlagen über eine Brücke verbunden.

Die zweite Kleinbefestigung nennt man „Has“. Sie liegt nördlich der Scharfenberg, der Münz des Volksmundes. Nur durch einen in 9 Metern Höhe gelegenen Zugang kommt man in einen viereckigen ebenfalls 9 Meter hohen Schacht, der nach oben führt. Im unteren Bereich führt eine Steintreppe nach oben, die letzten 7 Meter konnten über hölzerne Treppen oder Leitern überwunden werden, und man gelangte auf ein Plateau, das wie dem Fensterfelsen auch mit Fachwerk- oder Holzgebäuden bestanden war.

Am Fuß des Felsen lassen Einarbeitung im Fels auf die Verankerung eines hölzernen Aufgangs zum Schacht schließen. Ebenso kann man ein Fachwerkgebäude an dieser Stelle vermuten.

Schriftquellen oder archäologische Befunde gibt es zu den beiden Anlagen nicht. Sie geben auch noch heute viele Rätsel auf.

Quelle: Archivar a.D. Rolf Übel (Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels)