TrifelsErlebnisWeg

Klosterleben im Mittelalter

Kloster Eußerthal

Das Kloster wurde 1147 als Filiation des lothringischen Klosters Weiler-Bettnach gegründet. Die Klostergründung wurde 1158 durch den Papst bestätigt. Schon bald blühte das Kloster auf: Schenkungen von Adligen kamen hinzu und die Zisterzienser erwarben Stadthöfe z.B. in Landau oder Weißenburg. Acht Außenwirtschaftshöfe, sog. Grangien, entstanden an verschiedenen Orten in der Pfalz und bildeten ein Rückgrat der zisterziensischen Wirtschaftsform. In Nahbereich des Klosters wurden Weinberge angelegt, in den Tälern um das Kloster entstanden Fischweiher zur Forellen- und Karpfenzucht.
Auch standen das Kloster und der Zisterzienserorden bei den Staufern in besonderer Gunst. Kaiser Friedrich I. nahm das Kloster im Jahre 1168 unter den Schutz des Reiches und betraute die Mönche mit der Hut der auf der nahegelegenen Reichsburg Trifels verwahrten Reichskleinodien. 1192 erlaubte sein Sohn Kaiser Heinrich VI. seinen Ministerialen ausdrücklich, Schenkungen an das Kloster zu vollziehen, und stellte erneut einen königlichen Schutzbrief aus.
1259 konnten die Mönche ihre eigene Klosterkirche einweihen. 
Die Hochzeit des Klosters überdauerte die Stauferzeit, aber der allmähliche Niedergang begann im 15. Jahrhundert. Klöster waren nicht mehr unantastbar während der zahlreichen politisch-militärischen Konflikte in diesem Jahrhundert. In den Fehden von Kurpfalz wurde es zweimal militärisch eingenommen (1455 und 1460) und verwüstet. Auch im Landshuter Erbfolgekrieg nahm das Kloster im Jahre 1504 Schaden. Eine weitere Zäsur bildete der Bauernkrieg im Jahre 1525. Die Bauern des Lothringer Kolbenhaufens plünderten und zerstörten das Kloster, der einsetzende Wiederaufbau war schwierig und langwierig. 
Die Reformation und ihre Folgen bildeten das Ende für das klösterliche Leben in Eußerthal: 1561 wurde das Kloster aufgehoben und die Güter von Kurpfalz eingezogen. 
Im 18. Jahrhundert waren Kirche und Konventsgebäude in schlechtem Zustand. Aber nur die ruinöse Klosterkirche wurde renoviert, allerdings nur Chor, Vierung und zwei Langhausjoche. Nach 1805 wurden die Klostergebäude innerhalb der Klostermauer abgetragen. 1820 wurde der Rest des ruinösen Langhauses abgebrochen. Seit diesem Jahr ist von der einst großen und großartigen Klosteranlage nur noch der um die Mitte des 18. Jahrhunderts renovierte Teil der Klosterkirche erhalten, der der katholischen Gemeinde Eußerthal als Pfarrkirche dient.
Der 2017 eigeweihte Zisterzienser-Weg führt zu den Stätten, an denen das Leben der Mönche stattfand. Im ehemaligen Klausurbereich findet er Hinweise auf den Mönchtrakt mit seinen Schlafräumen (Dormitorien), der Sakristei, dem Kapitelsaal, dem Armarium (Bücherschrank), dem Parlatorium (Sprechraum der Mönche, im Kloster herrschte außer in diesem Raum das Schweigebot), das Kalfaktorium (in dem sich die Mönche aufwärmen konnten). Erläutert werden Abtshaus und Hospital, die Klostermühle, die Klosterpforte und nicht zuletzt die Wirtschaftsbetriebe mit den Fischweihern, die die berühmte Forellenzucht bargen.
Eingestreut sind Informationen über das alltägliche Leben der Mönche und der Konversen, aber auch über das um das Kloster entstehende Dorf.
 

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