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Die Stadt im Mittelalter

Städte im Mittelalter sind im Gegensatz zu den ländlichen Siedlungen von Kaufleuten und Handwerkern geprägt. Durch wachsende Bevölkerung und einem Aufschwung von Wirtschaft und Handel kam es ab 1200 zu einer großen Anzahl von Stadtgründungen. Viele Menschen zog es vom Land in die Städt. Häufig wurden sie an Flußübergängen, wichtigen Kreuzungen großer Verkehrswege oder in der Nähe von Burgen gegründet. Die Staufer förderten diese Entwicklung gezielt, um das Land wirtschaftlich und verkehrsmäßig zu erschließen und militärisch zu sichern. Dabei war die Verleihung des Markt- und Stadtrechts eine wesentliche Voraussetzung für einen Stadtgründung.

 


Annweilers Stadtrechtsurkunde von 1219

Mit der Urkunde, datierend auf den 14. September 1219, erhob der römisch-deutsche König Friedrich II. aus dem Hause Hohenstaufen das Dorf Annweiler, das seiner Familie schon seit knapp 100 Jahren gehörte, zur Freien Reichsstadt, die nur dem jeweiligem Kaiser oder König des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation untertan war. „Aus Liebe zu unserer darob liegenden Burg Trifels“, steht in der Urkunde in lateinischer Sprache zu lesen. Die Burg Trifels, sie war eine der wichtigsten Burgen der Staufer, und die Stadt Annweiler zu ihren Füßen bildeten lange eine Einheit. Schon in dem ältesten Stadtsiegel sind die Burg und die Stadtkirche abgebildet.
Die Annweilerer Einwohner hatten das Speyerer Stadtrecht erhalten, auf ihren eigenen Wunsch. Damit ist Annweiler die zweitälteste Stadt in der Pfalz.
Die Bürger wurden durch den Rechtsakt von allen Abgaben befreit, die auf ihrer vormaligen Leibeigenschaft beruhten, zudem waren sie im gesamten Reich vom Zoll befreit.
Allerdings musste Neuankömmlinge ein Jahr und einen Tag in der Stadt gelebt haben und von ihrem Leibherrn nicht zurückgefordert worden sein.
Der Zehnt als Abgabe an die Kirche sollte zur Unterhaltung des Stadtkirche dienen, der ein St. Fortunato-Patrozinium beigelegt wurde. Der Pfarrer der Kirche sollte für das Seelenheils Friedrichs und seiner Familie beten.
Die Stadt erhielt das Recht, weiter eine Münze zu schlagen. Die vormals königliche Münze wurde in eine städtische Münze umgewandelt, der Erlös aus dem Münzwesen sollte zur Unterhaltung der Burg Trifels verwendet werden.
Wenn ein Bürger eine Frau aus einer anderen Herrschaft heiratete, so musste deren Herr sie ohne Einwände oder Zahlung ziehen lassen.
Wenn ein Fremder vor seinen Feinden in die Stadt fliehen würde, so genoss er Asylrecht, und „soll die Ruhe des Friedens sicher genießen“.
Der Stadt wurde ein recht großer Landbezirk zugesprochen, in der die Gesetze des städtischen Magistrats gelten sollten. Durch diese Stadtrechtsurkunde konnten sich die Bürger einen Stadtrat mit einem Bürgermeister an der Spitze selbst wählen, allerdings hatte ein Reichsvogt als Vertreter des Kaisers/König ein Mitspracherecht.
Günter Frey schreibt über die Bedeutung der Stadtrechtsverleihung von 1219: „Die Unabhängigkeit der Person von dem jeweiligen Grundherren, Asylrecht, der kaiserliche Schutz, die Befreiung von den Reichssteuern, die Zollfreiheit im ganzen Reich waren gewichtige Voraussetzungen für ein sich entwickelndes Gemeinwesen, für eine Reichstadt Annweiler“.
Eigentlich sollten die Rechte der Stadt ewig gelten. Ewig bedeutet aber im Fall Annweiler genau 111 Jahre. Denn nach dem Ende der Staufer in der Mitte des 13. Jahrhundert kamen andere Dynastien an die Macht. Und Ludwig der Bayer aus dem Haus der Wittelsbacher verpfändete die Stadt und den Trifels im Jahre 1330 an Kurpfalz um eine Summe Geldes. Und damit hatte die Stadt ihre Reichsfreiheit verloren, sie war zu einer kurpfälzischen Stadt geworden und wurde 1410 zu einer pfalz-zweibrückischen. Und die neuen Stadtherren störten sich in ihrer Politik wenig um die alten Reichsrechte – was zu beständigen Konflikten zwischen Stadt und Stadtherren führte.

 

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