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Die Gerber in Annweiler

Hugenotten in Annweiler

Unter Hugenotten versteht man die Angehörigen der reformierten Konfession in Frankreich. Da in Frankreich die Reformation nach 1517 nicht so Fuß fassen konnte wie im Deutschen Reich, blieben die Anhänger der reformierten und lutherischen Konfession in Frankreich immer eine Minderheit. Die Ausbreitung vor allem der Reformierten wurde auch von der französischen Krone behindert und die Hugenotten waren heftigsten Verfolgungen ausgesetzt.
Die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken, Stadtherren von Annweiler, hatten sich schon früh der lutherischen Reformation angeschlossen, traten aber später im 16. Jahrhundert der reformierten (= calvinistischen) Konfession bei, die auch in Frankreich und den Niederlanden Fuß fassen konnte. Herzog Wolfgang nahm flüchtende Hugenotten in seinem Herzogtum auf, er ging sogar soweit, einen Kriegszug zur Unterstützung der Reformierten in Frankreich zu führen, bei dem er 1569 starb. Sein Nachfolger Johann I. schloss 1593 mit der Stadt Annweiler einen Vertrag, nach dem die Stadt Hugenotten aufnehmen würde. Es wurde festgelegt, welche Häuser die Glaubensflüchtlinge erhalten sollten, welchem Gewerbe sie nachgehen durften - und ihre Stellung gegenüber den Einheimischen. Die Neuankömmlinge erhielten auch für eine bestimmte Zeit Steuererleichterungen und konnten schon bald das Bürgerrecht in ihrer neuen Heimat Annweiler erlangen. Freie Religionsausübung wurde ihnen zugesichert, ab 1595 räumte man ihnen die Spitalkirche im Nordwesten der Stadt ein. Sie konnten einen französisch-reformierten Lehrer einstellen und führten ein eigenes Kirchenbuch, das eines der ältesten der Pfalz ist. Die „Welschen“, wie man sie nannten, konnten vor allem im Gerbergewerbe eine herausragende Stellung einnehmen und erwirtschafteten sich durch Tüchtigkeit großen Wohlstand. Dies steigerte ihren Einfluss auf die Stadtpolitik: Schon 1607 stellten sie den ersten Bürgermeister aus der französisch-reformierten Gemeinde – Claudius Raquet. Die aus dem Französischen stammenden Namen wie Raquet, Pasquey, Bouquet, Disqué oder Louis sind bis heute noch in der Region präsent.

 

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