TrifelsErlebnisWeg

Bauen im Mittelalter

Clara und Johann sind auf dem Weg zur Burg Trifels. Der Pfad windet sich kurvenreich den Berg hinauf. Kurz vor dem Ziel ist die Burg noch nicht zu sehen, aber es sind merkwürdige Geräusche zu hören. So als würden in gleichmäßigen Abständen Steine aneinander geschlagen, dazwischen ertönen Hammerschläge. Der Pfad wendet sich scharf nach rechts und der Blick der beiden Kinder fällt auf eine große Baustelle. 

Mehrere Steinmetze sind hier bei der Arbeit. Der eine trägt ein Kleidungsstück, dass an einen langärmeligen Mantel erinnert, der bis über die Knie reicht und mit einem Gürtel um die Hüfte tailliert ist. Es besteht aus einem groben blauen Wollstoff. Über dem Halsausschnitt ist ein kapuzenähnliches Stoffteil gezogen, das weit den Rücken herabreicht, sich farblich aber von dem Rest der Oberkleidung unterscheidet. Unter dem „Mantel“ sind die Hosenbeine zu sehen, deren Enden in den Stiefeln steckt.
 


Bau des Brunnenturms im Jahr 1230

Der Handwerker sitzt auf einem kleinen Schemel, der aber nur ein Bein hat, das aus der runden Sitzfläche herausragt und schräg in den Boden gerammt ist. Um das Gleichgewicht zu halten, hat der Mann die Beine abgespreizt. Mit beiden Händen hält er ein Werkzeug mit einem hölzernen Griff, der in einem metallenen Oberteil mündet, das entfernt an ein Beil erinnert. 

Mit diesem Werkzeug schlägt er auf einen Steinquader ein, der zu seinen Füßen auf dem Boden liegt, dass der Staub nur so zur Seite stiebt. Ab und zu setzt er ab, hält den Kopf schräg, nimmt einen hölzernen Winkel zur Hand, legt ihn an, ritzt mit einem Metallstück eine Markierung in den Stein und schlägt weiter. Seine Kleidung ist mit Steinstaub überzuckert, was ihn aber nicht zu stören scheint. Ab und zu reibt er sich die Augen.

Über den Mann hinweg können Clara und Johann auf einen Turmstumpf schauen, an dem einige Männer arbeiten. Hier herrscht reges Treiben. Ein einachsiger Karren, gezogen von zwei Eseln und beladen mit Steinen, hält gerade an und wird entladen. Zwei Männer schieben ein hölzernes Rad, über das ein galgenähnlicher Auslegerkran aufragt, an die Baustelle heran. Achtzehn Steinlagen, zählt Johann, sind schon verlegt. Außen an dem Turm befindet sich ein hölzernes Gerüst aus Ständer, Dielen sind quer daran befestigt, über die die Männer hin und her laufen.
Weitere Arbeiter schleppen flache hölzerne Mulden, gefüllt mit Mörtel, auf Leitern nach oben. Oben stehen Arbeitern in ähnlicher Kleidung wie der Steinmetz und verlegen die Quader mit Hammer und Kelle. Es sind Muratores, die verlegen die Steine, die zuvor von den Steinmetzen bearbeitet wurden.

Die Steinhauer brechen die Steine im Steinbruch, nicht weit von hier, denn es gibt in der Nähe überall Buntsandsteinfelsen. Die Fuhrleute bringen sie hier herauf, die Steinmetze bearbeiten sie, die Maurer verlegen sie. 

Clara ist fasziniert von dem Holzrad, das zwei Männer in Schwung gesetzt haben. Ein dritter hängt einen großen Quader in eine Zange ein. Die Männer laufen nun in dem Rad im Gleichschritt und der Stein bewegt sich nach oben, wo er, dirigiert von zwei Handwerkern genau dort auf das Mörtelbett gesetzt wird, wo er eingemauert werden soll. „Na, wie ist es mit euch, wollt ihr nicht auch mal das Rad bedienen?“ ruft einer der Männer. Clara erschrickt: „Wir? Wir sind dazu doch viel zu schwach!“ „So viel Kraft braucht man dank dieser Maschine gar nicht“, entgegnet der Mann. „Das Seil führt über sechs Rollen, je mehr Rollen, umso weniger Kraft braucht man.“

Mehr zu dem spannenden Thema erfahrt ihr im Buch „Reichsfeste Trifels – Auf Zeitreise mit Eva und Felix“ von Klaus Beck und Rolf Übel.

►Tipp: So könnt ihr den Brunnenturm heute noch sehen, wenn ihr den Weg zur Burg Trifels hoch geht: 
 


Das könnte Sie auch interessieren ...

SÜW Erlebnis App

Burgen entdecken, Historie erleben, Kastanien genießen
mehr ...

Trifelsblicke

Klicken Sie hier und laden sich den Flyer herunter
mehr ...

Audioguide Annweiler

Entdecken Sie Annweiler am Trifels bei einem Hörspaziergang in Ihrem…
WEITER

TrifelsErlebnisWeg

Wegbeschreibung mit Übersichtskarte des interaktiven Wanderweges hinauf zur…
WEITER