Feuchtbiotop

Feuchtbiotop am Kolchenbach

 

Was hier so wild und ungepflegt aussieht, ist ein willkommener, wichtiger Lebensraum für eine ganze Reihe von Pflanzen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren. In einem Gebiet, in dem es das ganze Jahr über vorwiegend feucht bleibt, herrscht ein völlig anderes Nährstoffvorkommen als in von Menschen bearbeiteten Flächen wie den Weinbergen gleich nebenan. So bezeichnet man mit dem Begriff Feuchtbiotop oder Feuchtgebiet den Übergang von trockenen zu dauerhaft feuchten Ökosystemen. Stickstoffzeiger wie Brennnessel oder Giersch markieren den hohen Nährstoffgehalt durch die intensiv weinbaulich genutzten Flächen nebenan, der nach Niederschlägen in den Bach gelangt.

 

 

 

Echter Dschungel

 

Hier, am nicht ständig Wasser führenden Kolchenbach, erstreckt sich das Feuchtbiotop von der Waldgrenze am Annweiler Weg bis vor zum Stichweg. Es ohne Schutzkleidung und wasserfeste Schuhe zu betreten, wäre keine gute Idee – der ungehinderte und nicht gesteuerte Wuchs hat zu einer ungeheuren Dichte der Bäume und Büsche geführt. An den Rändern, wo mehr Sonne hinkommt als in der versteckten Mitte, findet sich eine vielfältige Vegetation: Ried- und Sauergräser, Binsen- und Seggenpflanzen, Osterkerzen, aber auch Weidenröschen und Sumpfdotterblumen. Selbst Sumpf-Schwertlilien konnten vereinzelt gesichtet werden. Dazu kommen (Schwarz-)Erlen, Silberpappeln und Weiden, die früher intensiv als Kopfweiden gestutzt wurden. Aus den Weidebetrieben wurden etwa Körbe geflochten oder man nutzte sie im Weinberg zum Binden der neuen Rebbögen im Winter. Heute bauen oft Vögel ihre Nester in den Kopfweiden, die sich am Kolchenbach entlang ziehen. Ungeschnitten wachsende Birnen- und Pflaumenbäume säumen ebenfalls die Randzone Richtung Norden.

 

 

 

Schützenswerte Balance

 

Wildschweine sind gerade im Sommer äußerst gerne tagsüber im Feuchtbiotop, weil sie hier besonders gut gegen die Hitze geschützt sind. Aber auch kleinere Lebewesen wie Kröten, Molche und viele Insekten wie Libellen fühlen sich äußerst wohl in dieser Umgebung. Damit sich dieser Reichtum an Flora und Fauna überhaupt entwickeln kann, ist das überwiegende Fernbleiben des Menschen wichtig. Wir, die wir generell auf Ordnung bedacht sind und mit Freude Struktur in die Dinge hineinbringen, würden durch massives Eingreifen die zerbrechliche Balance des Feuchtbiotops zerstören. Auch wenn dieses vergleichsweise kleine Ökosystem nicht unbedingt die Funktion größerer Feuchtgebiete einnehmen kann (Wasserspeicherung für spätere langsame Abgabe an die Umwelt, Speicherung von Kohlendioxid, Rast- und Überwinterungsplatz für Wasservögel), so stellt es im Kastanienbusch dennoch einen weiteren Mosaikstein abwechslungsreicher Natur dar.

Adresse

Ortsgemeinde Birkweiler

76833 Birkweiler

E-Mail gemeinde@birkweiler.de

Homepage http://www.birkweiler.de

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Birkweiler

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