Weinkultur an der Südlichen Weinstrasse

Nur mit gutem Ausgangsmaterial kann man gute Weine erzeugen.

Viel Sonne, viel Kalk – das mag Andreas Grimm für seinen Wein. Der junge Winzer aus Schweigen, der seit 2009 das Familien- Weingut leitet, hat 2014 den Wettbewerb »Die junge Südpfalz – da wächst was nach« gewonnen und in der Kategorie »Spätburgunder« die ersten beiden Plätze belegt.

Der Sieg von Andreas Grimm im Wettbewerb für junge Winzertalente, den der Verein Südliche Weinstrasse präsentiert, kam nicht von ungefähr: Auch in allen Vorjahren hatte der junge Winzer vom Weingut Grimm in Schweigen mit seinen Weinen bereits die Endrunden erreicht.

Schweigen liegt ganz im Süden der Südlichen Weinstrasse, direkt an der französischen Grenze. Zum Weingut Grimm gehören neun Hektar Weinberge mit 58 Einzelparzellen, einige davon liegen auf französischem Boden. Bereits der Vater, Bruno Grimm, hatte den bäuerlichen Mischbetrieb auf Wein und Flaschenabfüllung umgestellt und früh Wert auf Qualität gelegt. Gleich nach dessen Techniker-Ausbildung 2002 übertrug er seinem Sohn Andreas die Verantwortung für den Keller, einige Jahre später dann für die gesamte Weinproduktion. Während ein großer Teil der Produktion bei Grimm traditionell klassische Weißweine sind, gehört das Herz von Andreas dem Rotwein, insbesondere dem Spätburgunder: »Wir lesen diesen inzwischen etwas früher, um Frucht und Säure zu erhalten, denn das braucht der Spätburgunder: Kühle und Biss im Abgang«, sagt er. Die Arbeit im Weinberg ist dem jungen Winzer extrem wichtig: »Nur mit gutem Ausgangsmaterial kann man gute Weine erzeugen. Wir beobachten viel, achten darauf, dass die Trauben viel Sonne bekommen und reduzieren den Ertrag. Vollreifes und gesundes Lesegut ist das A und O für guten Wein.«.

Grimm ist deshalb ständig im Weinberg unterwegs, überprüft den Boden, das Wachstum und den Reifestand.  Bei den ertragreichen Pflanzungen der 70er und 80er Jahre schneidet er im Lauf des Reifeprozesses bei jeder der kompakten kleinen Trauben den unteren Teil weg. Diese aufwändige Handarbeit lohnt sich, denn dadurch bekommen die verbliebenen Beeren mehr Sonne und reifen trockener und gesünder heran. »Im Keller arbeiten wir dann so minimalistisch und schonend wie möglich, um das Aroma reintönig und sortentypisch zu erhalten. Unser Stil insgesamt ist inzwischen leichter, klar und sehr gradlinig geworden«, findet er.

Grimm, der die Weine des kleinen Familienweinguts selbst vermarktet, setzt auf Individualität: »Mir ist wichtig, dass man seinen eigenen Stil findet und vorantreibt, was man machen will. Ich möchte bei unseren Weinen die Standorte klar herausarbeiten, zum Beispiel den Kalk, aber auch unsere leichteren Böden. Und dann muss es für die Kunden eine nachvollziehbare Konstanz bei meinen Weinen geben, einen Faden, der sich durchzieht. Auch das gehört für mich zum Terroirgedanken.« Grimm ist es wichtig, sich umzusehen in der Weinszene, gemeinsam mit Kollegen namhafte Weine zu probieren und zu diskutieren und orientiert sich auch an internationalen Geschmacksbildern. »Dieser Dialog, der offene Austausch mit den Kollegen und das Netzwerk, das durch ›Die junge Südpfalz‹ entstanden ist, sind ein großes Plus gegenüber früher, und nützen der ganzen Region«, ist er überzeugt.