Klima

Klima und Weinbau

Das besondere Klima an der Südlichen Weinstraße verdanken die Pfälzer dem Phänomen des Föhns. Zwar ist dieser hier nur ein Hauch des bekannten warmen Alpenfallwindes, trotzallem ist er dem Weinbau der Region sehr zuträglich.

Den Mini-Föhn verdanken die Winzer dem Pfälzerwald, da dessen bewaldeter Höhenrücken aus dem Westen nahende Tiefdruckgebiete abfängt. Der Mittelgebirgskamm des Pfälzerwaldes fungiert hier als Regenfänger. Beim Aufsteigen der feuchten Luftmassen des Atlantiks über den Höhen des Mittelgebirges kühlen sich diese ab. Mit zunehmender Höhe wird die Luft nicht nur kühler, sondern auch dünner, dadurch kann sie weniger Wasserdampf speichern und regnet sich ab. Der Niederschlag versickert im Pfälzerwald. Beim Absinken in den Rheingraben erwärmt sich die Luft wieder und wird trockener. Durch diesen Umstand geschieht es häufiger, dass sich am Haardtrand eine helle, trockene Föhnstraße entlang zieht, während es weiter westlich in Strömen regnet und die Rheinebene unter einer dichten Nebeldecke verschwindet.

 

2000 Sonnenstunden im Jahr

So trägt der Pfälzerwald entscheidend dazu bei, dass die, für den Weinbau ungeheuer förderlichen, 2000 Sonnenstunden pro Jahr, die Pfalz zu einer der wärmsten und trockensten Regionen Deutschlands machen. Nicht umsonst wachsen am Rande des Mittelgebirges neben Wein auch Feigen, Kiwis, Esskastanien oder Mandelbäume. Der Frühling beginnt früher, der Herbst dauert länger als anderswo, kurzum: ein Klima herrscht, dass dem Wein zugute kommt!

 

Das Makroklima

Jedoch beeinflusst nicht nur dieses Großklima das Wachstum der Reben, denn jeder Weinberg hat darüber hinaus sein eigenes Mikroklima, welches von der Hanglage, der Himmelsrichtung, der Sonneneinstrahlung und den Windverhältnissen beeinflusst wird. Nicht durch Zufall pflanzen die pfälzischen Winzer ihre Reben gerne auf Kuppen oder auf den leichten Hängen der Südlichen Weinstraße, wo das Klima in sternenklaren Nächten noch etwas milder ist als in den Tälern. In solchen Nächten kann es passieren, dass kühle Luft wie Wasser den Berg hinabfliesst und während die Temperaturen im Tal schon gefallen sind, können diese am Hang noch angenehm sein. Am besten wachsen Trauben auf Hängen mit Südost- oder Südlagen. Wo weder kalte Luft, noch Wind hinkommt, können Trauben gleichmäßig reifen. So wirkt sich das Kleinklima auf die Entwicklung des Weines mitunter entscheidender aus, als die Großwetterlage.